Rohstoffrisiko management: Strategien zur Rohstoffsicherung in Zeiten geopolitischer Spannungen
Executive Briefing von GetAhead und IW Consult: Rohstoffrisiken im Fokus der Industrie
Am 2. Juni 2026 veranstalteten GetAhead Supply Chain Solutions gemeinsam mit IW Consult, der Beratungsgesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, ein Executive Briefing zum Thema „Rohstoff-Risikomanagement – Strategien zur Rohstoffsicherung in Zeiten geopolitischer Spannungen“. Die Veranstaltung wurde als LinkedIn Live Event für den deutschsprachigen Raum durchgeführt und brachte Experten aus Industrie, Einkauf und Supply Chain Management zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen auf den globalen Rohstoffmärkten sowie konkrete Strategien zur Sicherung kritischer Rohstoffe und Lieferketten.
Die gemeinsame Veranstaltung von GetAhead und IW Consult verdeutlichte, wie stark geopolitische Entwicklungen, Handelsbeschränkungen und steigende Rohstoffnachfragen die Industrie inzwischen beeinflussen. Ziel des Executive Briefings war es, Unternehmen praxisnahe Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Rohstoffrisiken und die Entwicklung resilienter Beschaffungsstrategien zu vermitteln.
Breite Teilnahme aus der Führungsebene im industriellen Einkauf
Das Executive Briefing verzeichnete eine breite Teilnahme von Führungskräften aus Einkauf, Supply Chain Management und Industrieunternehmen. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die zunehmenden Risiken auf den globalen Rohstoffmärkten, die starke Konzentration kritischer Rohstoffe auf wenige Förderländer sowie die Frage, wie Unternehmen ihre Versorgungssicherheit langfristig stärken können. Die Teilnehmer diskutierten insbesondere die Bedeutung von Lieferantendiversifizierung, langfristigen Lieferverträgen, Materialeffizienz, Recyclingstrategien sowie digitalen Tools zur Risikoüberwachung und Frühwarnung.
Warum Rohstoffrisikomanagement immer wichtiger wird
Die globale Wirtschaft sieht sich zunehmend größeren Herausforderungen bei der Beschaffung von Rohstoffen gegenüber. Geopolitische Konflikte, Exportbeschränkungen, eine wachsende Nachfrage und schwankende Märkte zwingen Unternehmen dazu, ihre Beschaffungsstrategien zu überdenken. Rohstoffrisikomanagement ist heute kein optionales Thema mehr, sondern ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit.
Die Transformation hin zu Elektromobilität, erneuerbaren Energien, Digitalisierung und nachhaltiger Industrieproduktion treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen kontinuierlich an. Gleichzeitig führen geopolitische Spannungen, Handelshemmnisse und begrenzte Förderkapazitäten zu steigender Preisvolatilität und erhöhten Versorgungsrisiken. Diese Entwicklung wurde auch im Executive Briefing anhand aktueller Marktanalysen und Rohstoffpreisentwicklungen verdeutlicht.
Besonders betroffen sind:
- Lithium, Nickel, Kobalt und Graphit für Batterien und Energiespeicher
- Kupfer, Aluminium, Silizium und Silber für erneuerbare Energien
- Seltene Erden für Elektromobilität und Hightech-Anwendungen
- Halbleitermaterialien wie Silizium, Gallium, Germanium und Indium
Die Auswirkungen geopolitischer Risiken auf Lieferketten
Aktuelle geopolitische Entwicklungen zeigen, wie schnell globale Lieferketten unter Druck geraten können. Neben bekannten Risiken wie Energiepreisschwankungen entstehen zunehmend Versorgungsrisiken bei strategisch wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten.
Besonders kritisch sind:
- Chemische Grundstoffe und Petrochemikalien
- Aluminium und weitere Industriemetalle
- Agrarrohstoffe und Düngemittel
- Flüssiggas (LNG) und Energieprodukte
Unternehmen müssen daher ihre Lieferketten deutlich stärker auf Widerstandsfähigkeit und Flexibilität ausrichten.
Rohstoffabhängigkeit und Konzentration auf wenige Länder
Ein zentrales Thema des Executive Briefings war die starke Konzentration der globalen Rohstoffförderung in wenigen Ländern. Bei vielen kritischen Rohstoffen haben einzelne Staaten die Oberhand, sowohl in der Förderung als auch in der Weiterverarbeitung. Besonders China nimmt eine Schlüsselrolle bei seltenen Erden und vielen Hightech-Rohstoffen ein. Aber auch Australien, Indonesien, die Demokratische Republik Kongo und verschiedene südamerikanische Länder sind für viele Rohstoffe von strategischer Bedeutung.
Diese Konzentration erhöht die Risiken für:
- Lieferengpässe
- Preissteigerungen
- Exportbeschränkungen
- Geopolitische Abhängigkeiten
Strategien zur Rohstoffsicherung
Im Executive Briefing wurden verschiedene Ansätze vorgestellt, mit denen Unternehmen ihre Rohstoffversorgung langfristig absichern können. Erfolgreiches Rohstoffrisikomanagement basiert dabei auf einem ausgewogenen Maßnahmenmix.
1. Transparenz in der Lieferkette schaffen
Unternehmen müssen genau verstehen:
- Welche kritischen Rohstoffe eingesetzt werden
- In welchen Komponenten diese enthalten sind
- Welche Lieferanten besondere Risiken aufweisen
Digitale Business Tools und Datenanalysen schaffen die notwendige Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
2. Lieferanten diversifizieren
Die Diversifizierung von Lieferanten und Beschaffungsmärkten gehört zu den zentralen Strategien für eine moderne Rohstoffsicherung. Unternehmen können so ihre Abhängigkeit von bestimmten Regionen oder Lieferanten verringern. Diese Vorgehensweise wurde auch als eine der am häufigsten angewandten Strategien in der deutschen Industrie hervorgehoben.
3. Langfristige Lieferverträge abschließen
Langfristige Partnerschaften ermöglichen eine bessere Planbarkeit und reduzieren Versorgungsrisiken sowie Preisvolatilität.
4. Materialeffizienz steigern
Eine effizientere Nutzung von Rohstoffen reduziert den Bedarf und erhöht gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktschwankungen.
5. Recycling und Circular Economy fördern
Recycling gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sekundärrohstoffe können Unternehmen dabei helfen, ihre Versorgungssicherheit zu verbessern und gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
6. Strategische Lagerbestände aufbauen
Für besonders kritische Materialien kann der gezielte Aufbau von Sicherheitsbeständen eine sinnvolle Absicherungsmaßnahme darstellen.
7. Materialsubstitution prüfen
Alternative Werkstoffe und technologische Innovationen können die Abhängigkeit von einzelnen Rohstoffen erheblich reduzieren.
Die Rolle von KI und digitalen Business Tools
Moderne Unternehmen setzen zunehmend auf digitale Lösungen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Dazu gehören:
- Rohstoff-Monitoring
- Lieferantenbewertungen
- Marktanalysen
- KI-gestützte Frühwarnsysteme
- Automatisierte Risikoerkennung
Die nächste Dekade wird anspruchsvoller
Eine wichtige Erkenntnis aus den Executive Briefings ist, dass die Rohstoffbeschaffung in den kommenden Jahren deutlich schwieriger werden wird. Unternehmen müssen daher ein ausgewogenes Portfolio an Strategien entwickeln, resilientere Lieferketten aufbauen und ihre Beschaffungsstrukturen sowohl regional als auch global stärker diversifizieren. GetAhead unterstützt Unternehmen insbesondere in Südostasien und Indien durch die Suche nach Lieferanten, das Screening von Anbietern, Risikoanalysen, technische Projektleitung und den Aufbau robuster Supply Chains.
Das vollständige Executive Briefing ansehen
Im Video diskutieren Experten aus Industrie, Beratung und Beschaffung aktuelle Entwicklungen auf den globalen Rohstoffmärkten, die Auswirkungen geopolitischer Risiken sowie konkrete Strategien zur Absicherung von Lieferketten und Rohstoffversorgung.
Sie erfahren:
- Welche Rohstoffe aktuell besonders kritisch sind
- Warum geopolitische Spannungen die Beschaffung erschweren
- Wie Unternehmen Preis- und Versorgungsrisiken reduzieren können
- Welche Rolle Datentransparenz, KI und Lieferantendiversifizierung spielen
- Wie erfolgreiche Rohstoffsicherungsstrategien in der Praxis umgesetzt werden
GetAhead unterstützt Unternehmen beim Aufbau widerstandsfähiger Beschaffungsstrategien, bei der Identifikation geeigneter Lieferanten in Südostasien und Indien sowie bei der Entwicklung resilienter globaler Lieferketten.



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